Im Oktober 2025 besuchten wir Tokio und unsere Partnerschule, wo unsere SuS und ihre japanischen Kollegen (60 SuS) in gemischten Gruppen an insgesamt neun wissenschaftlichen Projekten arbeiteten. Die Projekte wurden aus den Bereichen Physik, angewandte Mathematik sowie Informatik und Umweltwissenschaften ausgewählt.
Eines der Projekte befasste sich mit der Modellierung des Bevölkerungswachstums in der Schweiz und in Japan mithilfe von Differentialgleichungen, ein anderes konzentrierte sich auf den Entwurf und die Erprobung eines eigenen Mikroflügels unter Verwendung der Navier-Stokes-Gleichungen und CAD. Alle Projekte waren für die Gymnasiumstufe sehr anspruchsvoll und ermöglichten es den Schülern, ihr Wissen durch diese äusserst produktive internationale Zusammenarbeit zu erweitern. Ein besonders wichtiges Projekt befasste sich mit der Reduzierung der durch Langstreckenflüge verursachten CO₂-Emissionen.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit hatten wir auch die Gelegenheit, zahlreiche Lektionen in unterschiedlichen Fächern an der Komaba High School zu besuchen und deren Schulkultur kennenzulernen. Wir konnten bei der Reisernte zuschauen und lernten Origami sowie dessen Geschichte kennen.
In unserer Freizeit hatten wir die Gelegenheit, zahlreiche kulturelle und historische Stätten in Tokio und Umgebung zu erkunden.
Der Besuch unserer japanischen Freunde und ihrer Lehrpersonen an der KSWE fand im März 2026 statt. Neben dem erfolgreichen Abschluss der gemeinsamen Projekte besuchten die japanischen Schüler gemeinsam mit den KSWE-SuS das CERN und das PSI. Zudem erhielten sie die Gelegenheit, unsere Schule und ihre reiche Geschichte kennenzulernen sowie am Unterricht an der KSWE teilzunehmen.
Der japanische Physiklehrer Dr. Takuya Imaizumi hat an unserer Schule einen Vortrag über seine Unterrichtsmethode gehalten, die seinen Schülern ein besseres Verständnis verschiedener Themen in der Physik ermöglicht.
Den Abschluss des Besuchs bildeten die Präsentationen der gemeinsamen Projekte und ihrer Ergebnisse. Lehrpersonen, Freunde sowie Familienangehörige erhielten dabei die Gelegenheit zu sehen, mit wie viel Engagement die Schülerinnen und Schüler an ihren Projekten gearbeitet hatten und welche Resultate daraus entstanden waren. Gleichzeitig konnten sie erleben, wie bereichernd, produktiv und beeindruckend dieser Austausch für alle Beteiligten war.
Für die KSWE-Schülerinnen und -Schüler fand das Umweltprojekt erst Ende April seinen Abschluss: Gemeinsam mit der Organisation Reforestation World und Förstern pflanzten sie über 150 Bäume. Die dafür benötigten 3000 Franken hatten sie zuvor durch Kuchenverkäufe und Nachhilfeunterricht selbst gesammelt.
Dieses einzigartige Austauschprogramm ermöglichte sowohl KSWE als auch den japanischen Schülern, ihren Horizont zu erweitern, ihr Wissen zu vertiefen und ein neues Schulleben kennenzulernen. Für viele war es „die kulturell und akademisch bedeutendste Erfahrung, die sie je gemacht haben“.
Text: Tatjana Miladinovic, Mathilde Rüfenacht, Nicole Widmer für das Schwerpunktfach Mathematik






